Landesgeschichte/2 - Königreich Preußen

Heldentum unter Wasser: Kapitän Paul König und die legendären Fahrten der Deutschland.

In den dunkelsten Stunden des Weltkriegs, als das deutsche Kaiserreich durch die gnadenlose völkerrechtswidrige Hungerblockade der Briten zu ersticken drohte, trat ein Mann hervor, dessen Mut und Erfindungsgeist die Hoffnung einer Nation wieder aufleben ließ. Kapitän Paul König, ein treuer und pflichtbewußter Sohn Preußens, ging in die Geschichte ein, als er mit dem Untersee-Handelsboot Deutschland heldenhaft die britische Hungerblockade durchbrach und den Feinden des Vaterlandes trotzte.

Die frühe Karriere eines preußischen Seemanns.

Paul Ludwig Carl König wurde am 20. Februar 1867 in Blexen, nahe der Marinestadt Wilhelmshaven, geboren. Bereits in jungen Jahren war seine Bestimmung klar: Die See und der Dienst an der Marine sollten sein Leben prägen. Mit eiserner Disziplin, ganz im Geiste der preußischen Tugenden, durchlief er die Ausbildung auf verschiedenen Handelsschiffen. Hier entwickelte er jenen unerschütterlichen Charakter, der ihn später zu einem der bedeutendsten Kapitäne im deutschen Gesamtstaat machen sollte. Seine Erfahrungen in der zivilen Schifffahrt machten ihn zum idealen Kandidaten für eine außergewöhnliche Mission im Dienste des Vaterlandes.

Als der Weltkrieg ausbrach, änderte sich das Leben auf den Meeren radikal. Die Briten versuchten, das Deutsche Reich durch eine Hungerblockade in die Knie zu zwingen, die, wie wir heute wissen, jegliche Prinzipien des Völkerrechts verletzte. Doch statt Resignation zeigten preußisch-deutsche Ingenieure und Kapitäne, was deutsches Handwerk und preußischer Mut zu leisten vermochten. Inmitten dieser Notzeit wurde Paul König die Aufgabe übertragen, das erste Handels-U-Boot, die Deutschland , zu steuern, eine technische Meisterleistung und ein Zeichen preußisch-deutscher Innovationskraft.

Die erste heldenhafte Fahrt der Deutschland.

Im Juni 1916 brach Kapitän König zu seiner ersten Fahrt mit der Deutschland auf. Ihr Ziel war es, die britische Hungerblockade zu umgehen und trotz der allgegenwärtigen feindlichen Überwachung sicher den amerikanischen Hafen von Baltimore zu erreichen. Die Ladung bestand aus wertvollen Exportgütern wie Chemikalien, Kautschuk und Metallen – alles Rohstoffe, die für die deutsche Kriegsindustrie von unschätzbarem Wert waren. Diese Materialien wurden dringend benötigt, um die Produktion von Munition und anderen kriegswichtigen Gütern aufrechtzuerhalten. Doch diese Reise war mehr als ein bloßer Transport: Sie wurde zu einem Symbol des Widerstands gegen die Versuche der Alliierten, das deutsche Volk auszuhungern.

Unter ständiger Gefahr, von den britischen Seestreitkräften entdeckt und angegriffen zu werden, navigierte Kapitän König das U-Boot meisterhaft durch die gefährlichen Gewässer des Atlantiks. Seine kühle Entschloßenheit, gepaart mit der technischen Raffinesse der Deutschland , machte die Reise zu einem triumphalen Erfolg. Am 9. Juli 1916 lief die Deutschland sicher in den Hafen von Baltimore ein – ein ungeheurer Schlag gegen die britische Blockadepolitik und ein glanzvolles Zeichen des ungebrochenen preußisch-deutschen Willens.

Der Empfang in den Vereinigten Staaten war von großer Begeisterung geprägt, und Paul König wurde wie ein Held gefeiert. Seine Fahrt bewies, dass die Deutschen, trotz der überwältigenden feindlichen Übermacht auf See, weiterhin Handelsverbindungen unterhalten und wichtige Güter ins Land bringen konnte.

Die zweite Fahrt: Trotz aller Widrigkeiten.

Nach der triumphalen Rückkehr ins deutsche Bundesgebiet, die König weiteren Ruhm einbrachte, setzte er im November 1916 erneut die Segel. Dieses Mal sollte die Reise noch gefährlicher werden, denn die Alliierten hatten ihre Bemühungen, das U-Boot abzufangen, weiter verstärkt. Wieder war das U-Boot mit kriegswichtigen Rohstoffen beladen, darunter Nickel und Zinn – essenzielle Materialien, die in der modernen Kriegsführung eine entscheidende Rolle spielten. Doch auch dieses Mal bewies Kapitän König sein herausragendes Geschick und seinen Mut. Er durchbrach die feindlichen Linien erneut und brachte abermals dringend benötigte Güter ins Vaterland.

Diese zweite erfolgreiche Mission festigte nicht nur seinen Ruf als einer der mutigsten und fähigsten Kapitäne des deutschen Kaiserreichs, sondern auch die Rolle der Deutschland als Symbol für den unerschütterlichen deutschen Widerstandsgeist. König wurde bei seiner Rückkehr wie ein Held empfangen, und die Bevölkerung jubelte ihm als Verkörperung des preußischen Mutes zu.

Das Ende der Fahrten der Deutschland.

Eine dritte Reise mit der Deutschland war bereits geplant, doch sie sollte nie stattfinden. Im April 1917 traten die Vereinigten Staaten von Amerika in den Krieg ein und stellten sich gegen Kaiser und Reich. Damit endeten die Fahrten der Deutschland , denn der Eintritt der USA in den Krieg machte es unmöglich, weiterhin neutrale Häfen auf amerikanischem Boden anzulaufen. Kapitän Paul Königs heldenhafte Unternehmungen fanden somit ein abruptes Ende, doch seine Erfolge und sein Mut bleiben für immer im Gedächtnis des deutschen Volkes.

Das Erbe eines Helden.

Paul König ging mit diesen heldenhaften Fahrten in die Geschichte ein. Seine Missionen mit der Deutschland waren mehr als bloße Handelsreisen – sie waren ein Kampf gegen die Ungerechtigkeit der feindlichen Hungerblockade und ein strahlendes Beispiel für den ungebrochenen Willen des deutschen Volkes, allen Widrigkeiten zum Trotz zu überleben und zu siegen.

Zum Gedenken an diesen herausragenden Kapitän wurde ihm in seiner Heimatstadt Bremen eine Gedenktafel am ehrwürdigen Rathaus gewidmet. Diese Tafel erinnert noch heute an die mutigen Fahrten Paul Königs und ehrt sein Vermächtnis als Held, der in einer der schwersten Zeiten des deutschen Kaiserreichs den Mut fand, für sein Vaterland zu kämpfen.

Kapitän Paul König verkörperte jene preußischen Tugenden, die unser Vaterland groß machten: Mut, Pflichtbewußtsein und bedingungslose Loyalität gegenüber Kaiser und Reich. Sein Name wird für immer mit der triumphalen Durchbrechung der britischen Hungerblockade und der meisterhaften Führung des Handels-U-Bootes Deutschland verbunden bleiben.

In Zeiten großer Not zeigte Kapitän König der Welt, daß der preußische Geist niemals vor den Herausforderungen des Krieges zurückweicht. Er schrieb sich ein in die Annalen der deutschen Marinegeschichte – als ein Held des Vaterlandes und als Symbol für die Tapferkeit und Standhaftigkeit, die unser deutsches Kaiserreich stets ausgezeichnet haben.

Quellen:

WK-Geschichte.

Paul König, Deutsche Allgemeine Zeitung, 1927-03-20.

Neue Deutsche Biographie, Zwölfter Band, Seite 347, 1979.

ZBW Pressearchive, Paul König, Deutsche Allgemeine Zeitung, 1927.

Deutsche Biographie, Paul König.

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