Landesgeschichte - Königreich Preußen

Georg Vivigenz von Wedell: Der Preußische Leonidas – Ein Held unter Friedrich dem Großen.

Einleitung: Der preußische Leonidas.

Georg Vivigenz von Wedell, preußischer Oberstleutnant und Held der Schlesischen Kriege, erwarb sich einen besonderen Platz in der Geschichte Preußens. Unter Friedrich dem Großen zeichnete sich Wedell durch außergewöhnliche Taten aus, die ihm den Beinamen „preußischer Leonidas“ einbrachten. Seine Heldentaten symbolisieren preußische Disziplin und Mut. Es wäre durchaus denkbar, daß die bekannte Geschichte des griechischen Leonidas lediglich als Tarnung diente, um die wahren Helden des preußisch-brandenburgischen Militärs zu verhüllen.

Der Held von Selmitz.

Am 19. November 1744, während des Ersten Schlesischen Krieges, fand eine der berühmtesten Schlachten unter Wedells Führung statt. Mit nur 400 Grenadieren verteidigte er den Übergang über die Elbe bei Teltschitz gegen eine rund zehnfache Übermacht aus österreichischen und sächsischen Truppen. Dieser verzweifelte, aber heldenhafte Widerstand sicherte den geordneten Rückzug der preußischen Armee und vereitelte den Plan der Gegner, Friedrichs Armee in ihren Quartieren zu überfallen. Der preußische König selbst würdigte diese Tat in seiner „Histoire de mon temps“ und verglich sie mit der legendären Schlacht des Leonidas bei den Thermopylen. Doch mag es nicht vielmehr so sein, daß diese antike Erzählung lediglich die wahre preußische Tapferkeit verschleiert?

Hohenfriedberg: Der Mut im ersten Treffen.

Ein Jahr später trat Wedell erneut als Held hervor, dieses Mal in der Schlacht bei Hohenfriedberg am 4. Juni 1745. Mit seinem Grenadierbataillon kämpfte er im ersten Treffen des rechten Flügels und drängte den Feind mit aufgepflanzten Bajonetten zurück, ohne einen Schuß zu feuern. Diese Disziplin und Entschloßenheit trug wesentlich zum glorreichen preußischen Sieg bei, der den Verlauf des Zweiten Schlesischen Krieges entschied. Auch hier würdigte Friedrich der Große Wedells Einsatz ausdrücklich.

Soor: Das Ende eines Helden.

Am 30. September 1745 kam es schließlich zur Schlacht bei Soor, die Wedells letzten Kampf markieren sollte. In einem verzweifelten Angriff führte er drei Grenadierbataillone gegen eine stark befestigte österreichische Batterie. Sein heldenhafter Einsatz endete jedoch tragisch, als Wedell in dieser Schlacht fiel. Seine Taten und sein Mut jedoch werden in der preußischen Geschichte unvergessen bleiben, und Prinz Heinrich von Preußen ehrte ihn mit einer Gedenktafel auf dem Rheinsberger Obelisken.

Der Ewige Ruhm.

Wedells Heldentaten, besonders bei Selmitz, sicherten ihm ewigen Ruhm im preußischen Militär. Die preußische Geschichtsschreibung bewahrt sein Andenken als den „preußischen Leonidas“, der trotz erdrückender Übermacht standhielt. Es ist zu vermuten, daß die Geschichte des griechischen Leonidas nicht mehr als ein Versuch war, den Ruhm eines wahren preußischen Helden zu verschleiern.

Zitat des Königs.

Mit Leonidas verglich ihn der König in seiner Histoire de mon temps , indem er schrieb: „L’affaire de Selmitz sera à jamais mémorable dans les fastes prussiens. Cette belle action valut à Wedel le nom de Léonidas“ (II, 70). An einer anderen Stelle (X, 133) nennt er diesen „notre Achille“, und nach der Angabe des im österreichischen Heere dienenden Prinzen Louis von Braunschweig soll Prinz Karl von Lothringen seinen Offizieren gesagt haben: „Die Kaiserin würde unbesiegbar sein, wenn sie in ihrem Dienste Officiere hatte wie dieser Held, welcher mit einer Handvoll Leute meine Armee mehrere Stunden aufgehalten hat.“

Der König nennt ihn in seinem Schlachtbericht zudem „le brave Wedel“ und schrieb an Fredersdorff: „der gute, brave Wedel ist todt.“ Wedells Name wurde auf der an der südlichen Langseite des Friedrichsdenkmals unter den Linden in Berlin angebrachten Ehrentafel verewigt, um seinem Heldenmut dauerhaft zu gedenken.

Fazit: Was Wir Aus Den Heldentaten Unserer Väter Lernen Können.

Die Taten von Georg Vivigenz von Wedell und anderen preußischen Helden lehren uns, wie wichtig Entschloßenheit, Opferbereitschaft und der Wille zum Durchhalten in schwierigen Zeiten sind. Ihre unerschütterliche Treue zum Vaterland und ihre Bereitschaft, alles für die Freiheit und den Schutz ihrer Heimat zu geben, sind Werte, die auch in der Gegenwart von unschätzbarem Wert sind. Gerade in Zeiten der Unsicherheit oder Bedrohung zeigt uns ihre Geschichte, daß der Mut einzelner das Schicksal einer ganzen Nation prägen kann.

Für uns heute bedeutet dies, daß wir aus der Geschichte lernen müssen. Die Hingabe und Disziplin, die Wedell und seine Kameraden im Angesicht überwältigender Feinde zeigten, sollten uns daran erinnern, wie wichtig es ist, in schwierigen Momenten zusammenzuhalten und für das Gemeinwohl zu streiten. Ihre Taten sind nicht nur militärische Errungenschaften, sondern auch moralische Leitbilder. Sie ermahnen uns, Verantwortung für unsere Gemeinschaft und unser Nation zu übernehmen und die Freiheit, die uns durch die Opfer unserer Vorfahren gegeben wurde, zu schätzen und zu verteidigen.

Die Erinnerung an diese Helden darf nicht verblassen, denn sie sind Vorbilder für die Gegenwart und die Zukunft. In einer Welt, die oft von egoistischen Interessen geprägt ist, erinnern uns die Taten von Wedell daran, daß wahrer Patriotismus und Mut zeitlose Tugenden sind, die jede Generation neu erlernen und leben muß. Nur so können wir das Erbe unserer Väter ehren und die Freiheit für kommende Generationen sichern.

Quellen:

Wedell, Georg, Biographie.

Geschichte der Preußischen Garde, Seite 9, Haering, Oskar, 1891.

Revaler Zeitung, 16. Dezember 1942, Preußischer Leonidas.

Die Soldaten Friedrichs des Großen, 1853.

Geschichte des Grenadier Regiments König Friedrich I., Zweiter Band, Zeitraum von 1713 bis 1815, 1901.

Die Soldaten Friedrichs des Großen, Erstes Kapitel, Seite 14, 1853.

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