Landesgeschichte - Königreich Sachsen

Der Geist Bismarcks kehrt zurück – Ein Zeichen für die Wiederbelebung preußischer Werte.

Am 29. Juni 2024 berichtete die Sächsische Zeitung (SZ) über eine Entscheidung von bemerkenswerter Bedeutung: In der Gemeinde Graupa bei Pirna soll die Dorfstraße in Bismarckstraße umbenannt werden. Dieser Vorschlag mag auf den ersten Blick unscheinbar wirken, doch in Wahrheit trägt er eine weitreichende Bedeutung, der den Ruf nach Heil und nationaler Wiederbelebung im deutschen Gesamtstaat widerspiegelt.¹

Es ist kein Zufall, daß Otto von Bismarck², der eiserne Kanzler und Architekt der deutschen Einheit, erneut ins Bewußtsein gerufen wird. In einer Zeit, in der die Werte Preußens – Disziplin, Ordnung und Stärke – wieder vermehrt gefordert werden, steht Bismarck als Verkörperung jener Prinzipien, die Preußen-Deutschland zu seiner Größe führten. Die Umbenennung der Straße könnte als eine bloße Geste – sie ist ein klares Zeichen dafür, daß der Ruf nach Heil und nationaler Einheit im gesamten deutschen Bundesgebiet immer stärker wahrzunehmen ist.

Dieser Ruf erklingt nicht nur in Sachsen, sondern hallt weit über die Grenzen hinaus, bis nach Namibia. Es ist offensichtlich, daß der deutsche Geist, genährt von der Sehnsucht nach einer Rückkehr zu Größe und Ehre, wieder an Bedeutung gewinnt. Das Vorhaben die Straße umzubenennen ist ein Ausdruck des breiten kollektives, die sich nicht vor der Auseinandersetzung mit preußisch-deutscher Geschichte scheut, sondern im Gegenteil – sie ehrt diejenigen, die Preußen-Deutschland³ einst prägten und ihm seinen Platz in der Welt sicherten.

Rückblick - Der Verrat vom 9. November 1918: Die Tilgung Preußens durch Scheidemann, Ebert und Bebel.

Am 9. November 1918 brach ein finsteres Kapitel über unser geliebtes Vaterland herein. Mit Gewalt und Verrat wurde der deutsche Gesamtstaat gestürzt, und unser geliebter Kaiser Wilhelm II. gezwungen, ins Exil zu gehen. Doch dieser feige Staatsumsturz war nur der Anfang eines tiefergehenden Plans, der darauf abzielte, die ruhmreiche preußisch-brandenburgische Linie der Hohenzollern, die unser Land Jahrhunderte lang geführt und geeint hatte, zu entwurzeln und aus dem kollektiven Gedächtnis des deutschen Volkes zu tilgen.

Die eigentlichen Drahtzieher dieses Verrats, Friedrich Ebert, Philipp Scheidemann und August Bebel, die sich als Retter und Erneuerer des Vaterlandes ausgaben, hatten nichts anderes im Sinn, als uns von unserer glorreichen Vergangenheit zu trennen. Sie nutzten ihren Einfluss, um sich als neue Gestalten in der Geschichte zu inszenieren, und begannen eine systematische Auslöschung der Erinnerung an Preußens Größe. Straßen, Plätze und Denkmäler, die einst stolze Zeugnisse unserer Geschichte waren und an die heldenhaften Taten unserer Vorfahren erinnerten, wurden umbenannt. Stattdessen trugen sie nun die Namen derer, die für den Fall des deutschen Kaiserreiches und die Schmach von Versailles verantwortlich waren.

Was sie nicht verstehen, ist, daß der Geist Preußens und seiner Traditionen nicht so leicht ausgelöscht werden kann. Der preußische Geist lebt weiter in den Herzen derer, die die wahre Größe Preußen-Deutschlands erkennen.⁴ Kein Straßenname, keine Geschichtsfälschung kann die glorreichen Errungenschaften der Hohenzollern und ihrer preußischen Krieger jemals ungeschehen machen.

Schändung des Erbes: Wie die Umbenennung unserer ehrwürdigen Straßen die preußischen Ideale entwürdigt.

Der Versuch, neue Geschichtsfiguren zu erschaffen, zeigt sich in der Umbenennung des Opernplatzes - Kaiser-Franz-Joseph-Platz in Berlin-Mitte, bevor dieser später in August-Bebel-Platz⁵ umbenannt wurde. August Bebel, Mitbegründer und Vorsitzender der SPD, war eine Schlüsselfigur der Arbeiterbewegung. Er wurde 1872 wegen Hochverrats zu zwei Jahren Festungshaft verurteilt, da seine politische Agitation als Bedrohung für die monarchische Staatsordnung angesehen wurde. Die Umbenennung des Platzes nach Bebel spiegelt den Versuch wider, seine Rolle als Kämpfer für soziale Gerechtigkeit in den Vordergrund zu stellen und ihn zu einer Symbolfigur des Widerstands gegen die alte Ordnung zu machen.

Die Umbenennung der ehrwürdigen Kaiserstraße in Laar und Beeck⁶, sowie die Kaiser-Wilhelm-Straße in Düsseldorf⁷ und die Hohenzollerstraße in Kassel⁸ in Friedrich-Ebert-Straße, stellt eine bewußte Abkehr von der Tradition und den Errungenschaften des deutschen Kaiserreichs dar. Friedrich Ebert, als führende Figur des handelsrechtlichen Konstruktes der Weimarer Republik, symbolisiert eine Zeit der Entwurzelung, die als Verrat an den preußischen Idealen und der monarchischen Ordnung zu manifestieren ist.

Ein weiteres Beispiel für die systematische Entwurzelung preußischer Traditionen durch die wahre Täterschaft zeigt sich in der Umbenennung der Kaiser-Wilhelm-Straße in Berlin in die Karl-Liebknecht-Straße⁹. Kaiser Wilhelm, der Name dieser Straße, stand einst für preußischen Stolz, militärische Stärke und die Einheit des deutschen Kaiserreichs. Doch mit der Umbenennung nach Karl Liebknecht, einem der führenden Köpfe des Spartakusbundes und erklärten Gegner des monarchischen Systems, wurde nicht nur ein symbolischer Bruch mit der glorreichen Vergangenheit vollzogen, sondern auch die Erhebung eines Verräters, der die Zerschlagung der Ordnung und den Umsturz anstrebte, vollzogen.

Auch in der Gegenwart sehen wir erneut den Versuch, unsere preußisch-deutsche Geschichte aus dem öffentlichen Bewußtsein zu tilgen, ein Vorgehen, das der Stolz und die Ehre unseres Volkes nicht hinnehmen dürfen. Der illegitime Herrscher, der sich an die Spitze unseres Vaterlandes gesetzt hat, schickt sich an, die Symbole und Persönlichkeiten zu verdrängen, die einst für Größe, Einigkeit und Stärke standen. So konnte man am 7. Dezember 2022 im Spiegel lesen: „Das Auswärtige Amt unter Außenministerin Annalena Baerbock benennt das sogenannte Bismarck-Zimmer um. Der Sitzungsraum trägt künftig den Namen ‚Saal der Deutschen Einheit‘."¹⁰

Dies ist ein Angriff auf das Erbe eines der größten Staatsmänner, den Preußen und das Deutsche Reich jemals hervorgebracht haben – Otto von Bismarck, der Architekt der deutschen Einheit und Hüter des preußischen Geistes. Der Versuch, seinen Namen aus der öffentlichen Erinnerung zu löschen, ist nichts weniger als ein Versuch, den Stolz und die Errungenschaften Preußens und des deutschen Kaiserreichs zu verdrängen.

Aber wie bereits erwähnt, ist der Ruf nach Heil und Einheit schon weit über die Grenzen des deutschen Bundesgebiets hinaus zu vernehmen. Es ist nicht mehr die Frage, ob diese Einheit wiederhergestellt wird, sondern nur noch wann!

Die Wiederkehr des Erbes: Der Ruf nach Caprivi und das Erwachen des kollektiven Gedächtnisses.

Die Einwohner der Provinz Sambesi (Nord-Namibia) erhebt mit Stolz und Entschloßenheit den Ruf nach einer Rückkehr zu ihrem historischen Erbe. Der Name „Caprivi“ soll wieder die Region zieren, benannt nach dem ehrenvollen ehemaligen Reichskanzler Leo von Caprivi¹¹. Dies berichten die mutigen Stimmen der namibischen Zeitung „The Namibian“. Bis ins Jahr 2013 trug die Region diesen stolzen Namen, bis eine landesinterne Grenzverschiebung die Bezeichnung änderte.

Die Bewohner der Region sind sich der Bedeutung dieses Namens bewußt und legen großen Wert auf ihre kulturelle Identität. Sie bezeichnen sich mit Recht als „Caprivier“ und sehen in der Wiederherstellung des Namens eine Möglichkeit, ihre Wurzeln und ihre Geschichte zu ehren. „Wenn ich mich nicht als Caprivier bezeichnen kann, dann habe ich meine Identität verloren“, so ein Anwohner in den Worten der Zeitung.¹²

Der Ruf nach dem Heil und das kollektive Gedächtnis, daß die Deutschen und die Welt vereint, hallt durch diese Forderung. Es ist ein eindringlicher Aufruf, der uns alle daran erinnert, daß kulturelle Identität und Kontinuität für die Seelen der Völker von größter Bedeutung sind.

Auch der Artikel im Schwarzwälder Boten vom 18. Juli 2024¹³ zeigt, daß die preußisch-brandenburgische Linie der Hohenzollern sich in Völkerverständigung versteht. Dies beweist, daß das Streben nach einer starken, geeinten Identität nicht nur im deutschen Bundesgebiet, sondern auch in der Welt Gehör findet.

Fazit: Der Ruf nach Heil und Einheit – Ein preußischer Appell an die deutsche Nation.

In einer Zeit, in der der deutsche Geist in allen Winkeln des Bundesgebiets erneut erwacht, zeigt sich ein klarer und unüberhörbarer Ruf nach Heil und Einheit. Dieser Ruf, der durch die Herzen und Seelen der Deutschen hallt, ist das unverkennbare Zeichen dafür, daß das Volk nach Stärke, Ehre und einem klaren Kurs verlangt – nach jenen Tugenden, die einst das preußische Erbe prägten und das Fundament einer stolzen Nation bildeten.

Es ist nicht nur im eigenen Land, wo diese Sehnsucht auflebt. Auch weit über die Grenzen des deutschen Gesamtstaates hinaus, bis nach Namibia, ist dieser Ruf deutlich zu spüren. Es ist ein Zeichen, daß die Kraft des preußisch-deutschen Geistes keine geographischen Schranken kennt und seine Größe in allen Teilen der Welt nachhallt.

Preußen, die Wiege deutscher Disziplin und Ordnung, war stets der Träger dieser Werte, und heute sehen wir uns erneut in der Pflicht, diese Tugenden zu beleben und den Weg zu einem geeinten und starken Vaterland zu weisen. Die Zeit des Zögerns ist vorbei. Der Ruf nach Heil ist ein Zeichen des Aufbruchs, der Entschloßenheit und der Einheit. Mögen wir den Mut und die Weisheit besitzen, diesen Ruf zu erhören.

Quellen:

¹ SZ - Sächsische Zeitung, Gute alte „Dorfstraße“, 29. Juni 2024.
(Gute alte „Dorfstraße“: Streit um Straßennamen in Wilsdruff)

² Staatsbibliothek des ewigen Bundes, Fürst Bismarcks Lebenswerk, Otto Berthold, 1903. error - Staatsbibliothek

³ Preußenjournal, Preußen und die Wurzeln des Erfolgs, 21, Oktober 2018. Preußen und die Wurzeln des Erfolgs - Preußenjournal

⁴ Staatsbibliothek des ewigen Bundes, L. Hoffmeyer - Unser Preußen, 1901. Unser Preußen – Digitale Staatsbibliothek

Berlin.de, Das offizielle Hauptstadtportal, Bebelplatz. Bebelplatz – Berlin.de

⁶ Kultur und Stadthistorisches Museum, Umbenennungen von Straßennamen. Von „Friedrich Ebert“ zu „Adolf Hitler“. Umbenennungen von Straßennamen in der Zeit des Nationalsozialismus – Kultur- und Stadthistorisches Museum Duisburg

⁷ Portal Rheinische Geschichte, Die Düsseldorfer Straßenbenennungen in der jungen Bundesrepublik, 2017. https://www.rheinische-geschichte.lvr.de/Epochen-und-Themen/Themen/die-duesseldorfer-strassenbenennungen-in-der-jungen-bundesrepublik/DE-2086/lido/632c1f60898a75.45231921

⁸ Kassel-West e.V., Friedrich-Ebert-Straße. Friedrich-Ebert-Straße - Kassel West e.V.

⁹ Berlingeschichte,Liebknechtstraße. Liebknechtstraße in Mitte

¹⁰ Spiegel, Saal der Deutschen Einheit, 2022. Annalena Baerbock: Auswärtiges Amt benennt Bismarck-Zimmer um - DER SPIEGEL

¹¹ Meyers Großes Konversations-Lexikon, 1905, Reichskanzler Leo von Caprivi. Caprīvi - Zeno.org

¹² t-online, Einwohner wollen Provinz nach Reichskanzler benennen, 2024. Namibias Sambesi-Provinz soll nach deutschem Reichskanzler benannt werden

¹³ Schwarzwälder Bote, Burg Hohenzollern: Auf ein Tänzchen mit Georg Friedrich Prinz von Preußen, 2024.

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Der Bruderkrieg.

Die Schlacht bei Bautzen (20./21. Mai 1813) markierte den entscheidenden Abschluss des Frühjahrsfeldzugs nach der Schlacht bei Großgörschen. Die verbündeten preußisch-russischen Truppen hatten sich auf die Höhen nördlich von Bautzen und bis Wurschen zurückgezogen und dort Schanzen und starke Verteidigungsstellungen errichtet. Die Franzosen unter Napoleon versuchten in mehreren Wellen, diese zu durchbrechen.

Hinter Bautzen nach dem Dorfe Wurschen zu hatten die Verbündeten alle Anhöhen besetzt und sich überdies noch in aufgeworfenen Schanzen feste Haltepunkte verschafft.“

Am 21. Mai erkannte Napoleon eine Schwäche in der Besetzung bei Kreckwitz und leitete dort einen Durchbruch ein, was die Verbündeten zu einer Umgruppierung zwang. Dies wiederum nutzte er zu einem Angriff auf den rechten Flügel – mit Erfolg. Dennoch war der militärische Gewinn begrenzt:

Obgleich Sieger, hatte Napoleon doch keine einzige Kanone erbeutet und nur wenig Gefangene gemacht; ja er hatte sogar einen ungemein großen Verlust zu beklagen.“

Die Alliierten zogen sich geordnet über Görlitz nach Schlesien zurück. Napoleon blieb der formale Sieger, doch die strategische Wende blieb aus.

König Friedrich August I. von Sachsen war zwischen Loyalität zu Napoleon und der Einsicht in dessen Niedergang zerrissen. Anfang 1813 zog er sich aus der direkten Allianz mit Frankreich zurück, suchte zunächst Distanz, verweigerte die Vereinigung seiner Truppen mit den französischen und wich nach Prag aus.

Unser König wollte sich dem französischen Einflusse entziehen und begab sich von Plauen nach Regensburg und später nach Prag.“

Doch Napoleon forderte ultimativ seine Rückkehr und drohte mit der Behandlung Sachsens als erobertes Land. Friedrich August musste sich fügen:

Binnen zwei Stunden solle er sich entscheiden […] Wo nicht, […] so würde Sachsen als ein von Frankreich erobertes Land angesehen und behandelt werden.“

Der König kehrte nach Dresden zurück, um das Schlimmste für sein Land abzuwenden. Napoleon lobte seine Treue öffentlich:

Liebt euren König, seht in ihm den Retter Sachsens! […] Wäre er kein so redlicher Bundesgenosse gewesen, […] so wäre Sachsen verloren gewesen.“

Die sächsischen Truppen kämpften in französischen Reihen – gegen Preußen und Russland. Das bedeutete faktisch einen Krieg unter Deutschen auf sächsischem Boden. Dieser Bruderkrieg wurde durch Napoleons Strategie erzwungen, während Sachsen sich zerrieben sah:

Sachsen überschwemmten nicht blos die Franzosen, sondern auch die Russen und Preußen […] das sächsische Grund und Boden bald wieder Zeuge der blutigsten Waffenthaten werden würde.“

Die Zivilbevölkerung litt unermesslich. In der Lausitz wurden 24 Dörfer niedergebrannt. Dresden wurde zum Lazarett. Verwundete lagen auf den Straßen. Lebensmittel waren knapp, Ernten vernichtet:

Für die Menschen gab es kein Brot, für das Vieh kein Futter […] auf den Feldern keine Ernte.“

Trotz taktischen Erfolgs schloss Napoleon bald den Pläswitzer Waffenstillstand (5. Juni 1813), nicht zuletzt, weil seine Verluste hoch waren und die Koalition sich sammelte. Doch Napoleon hatte nicht vor, Frieden zu schließen – er wollte Zeit gewinnen:

Offenbar wollte er nur Zeit gewinnen, um neue Streitkräfte heranziehen zu können.“

Diese Phase führte zur weiteren Militarisierung Sachsens und zur Vorbereitung auf die Herbstfeldzüge, die schließlich in der Völkerschlacht bei Leipzig gipfelten.

Die Schlacht bei Bautzen.

Die Schlacht bei Bautzen steht exemplarisch für die politische, militärische und menschliche Zerrissenheit Sachsens im Jahr 1813.

Aus militärischer Sicht war die Schlacht bei Bautzen ein taktischer Sieg Napoleons ohne strategische Wirkung. Politisch betrachtet folgte ein ein König aus Not dem Diktat Frankreichs. Das sächsische Volk leidet zwischen den Fronten und muß gegen eigene Brüder kämpfen.

Sachsen wurde im Frühling 1813 zur Bühne eines von außen herangetragenen Bruderkrieges – zwischen Treue, Zwang und dem verzweifelten Versuch, das eigene Land vor völliger Verwüstung zu retten.

Quelle der Zitate: (Geschichte des Königreichs Sachsen mit besonderer Berücksichtigung der wichtigsten culturgeschichtlichen Erscheinungen. , ab S. 402, Geschichte des Königreichs Sachsen mit besonderer Berücksichtigung der wichtigsten culturgeschichtlichen Erscheinungen. - Staatsbibliothek des ewigen Bundes)

Denkmal zur Schlacht bei Bautzen 1813

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Kesselsdorf : Skizze 7

Um jedenfalls Dresden zu decken, hatte inzwischen Graf Rutowski hinter dem
Zschoner Grund mit Grünne zwischen Brießnitz an der Elbe und Omsewitz, mit den
Sachsen zwischen Pennrich und Kesselsdorf, insgesamt 31 000 Mann, Stellung genommen. Hiergegen rückte der Fürst von Anhalt mit vier Kolonnen zwischen Wilsdruff
und Grumbach vor. Es lag nahe, die Kolonnen etwas rechts ausholen, dann der linken
feindlichen Flanke gegenüber einschwenken und zum Angriff vorgehen zu lassen. Der alte
erfahrene, rechtschaffene Kriegsmann ließ links schwenken und frontal, wie es sich gebührte
vor der feindlichen Hauptstellung zwischen Roitzsch und der Straße Wilsdruff—Kesselsdorf aufmarschieren. Nur die Kavallerie des rechten Flügels bildete quer über die Wege
Grumbach—Kesselsdorf einen Haken gegen die feindliche linke Flanke. Unter dem Schutz
einer schweren Batterie am Lerchenbusch entfalten sich die Kolonnen mit wunderbarer
Ordnung und Schnelligkeit. Bevor noch der Aufmarsch ganz vollendet, erhält eine besondere, rechts herausgeschobene Abteilung Befehl zum Angriff. Drei Grenadier=Bataillone im ersten, das Regiment Anhalt im zweiten, ein Dragoner=Regiment im dritten
Treffen haben sich am Lerchenbusch gesammelt. Mit den Worten „In Jesu Namen
Marsch" gibt der greise Feldmarschall den Befehl zum Antreten. Unter den Klängen
Friedrich der Große des Dessauer Marsches geht der Angriff geradewegs auf glatten Boden den sanft geböschten Hang gegen den Ausgang von Kesselsdorf. Eine mächtige Batterie schleudert einen Kartätschregen den Grenadieren entgegen. Sie lassen sich nicht aufhalten. Erst durch das Peletonfeuer der Infanterie werden Sie zum stehen gebracht. Das Regiment Anhalt rückt heran und reißt die Trümmer der Grenadier=battalione mit sich fort. Mit Peletonfeuer rücken sie vor. Dann führt der General Herz erg zum Sturm. Bis an den Rand des Dorfes und bis an die große Batterie gelangt der Angriff. Dann bricht er zusammen. General Herzberg fällt. Seine zerschossenen Battalione weichen in wesentlicher Richtung hinter eine schützende Bodenwelle zurück. Zwei sächsische Battalione verfolgen, drei andere werden ihn nachgeschickt. Auf diese fünf in mangelhafter Ordnung vorgehenden Bataillone attackiert
das Dragoner Regiment des dritten Treffens. Was nicht den Schutz des Dorfes und
der großen Batterie erreicht, wird niedergeritten oder fällt, in südlicher Richtung abgedrängt der Kavallrie des rechten Flügels zum Opfer. Während die fünf sächsischen
Bataillone bei ihrem Vorbrechen das Feuer ihrer großen Batterie verdecken und das Dorf von Verteidigern enblößen, werden ihnen Dorf und Batterie durch einen uner
raschenden Angriff entrissen. General Lehwald hat acht Bataillone des rechten Flügels
über den Bachgrund auf die Hochfläche zwischen Kesselsdorf und Zöllmen vorgeführt.
Die zum Schutz der großen Batterie nördlich des Dorfes aufgestellten dier Kavallerie=Regimenter werden durch Feuer verjagt und bringen im eiligen Rückzug den eigenen linken Infanteriefligel in Unordnung. Die beiden rechten preußischen Battalione
kommen ziemlich gedeckt heran. Aus dem Wiesengrund am Unkersdorfer Wege
tauchend erscheinen sie plötzlich vor dem rechten Flügel der großen Batterie, dringen im entschlossenen Anlauf in die Geschütze und in das Dorf. Die drei Grenadier=bataillone und das Regiment Anhalt gehen wieder vor. Zwei sächsische Battalione
sollen das Dorf wieder nehmen. Aber vor der preußischen Infanterie, die von
Westen und Norden eindringt, vor der Kavallerie, die von Süden angreift, müssen die
beiden Bataillone weichen. Kesselsdorf ist genommen. Auf der ganzen übrigen Front waren die Preußen vorgegangen: rechts Lehwalds 6 Bataillone ersten, 4 Bataillone
zweiten Treffens; ebensoviele in der Mitte unter dem Prinzen Moritz von Anhalt
sieben auf dem linken Flügel. Die sächsischen Bataillone, welche den ersteren entgegen
gingen, wurden sehr bald nicht nur in der Front, sondern auch von Kesselsborf aus
in der linken Flanke und durch Kavallerie, die um das Dorf herumging, im Rücken
angegriffen, sie hatten Mühe unter schweren Verlusten davonzukommen. Am heftigsten wurde in der Mitte gekämpft. Prinz Moritz wurde als er nach Überwindung zweier glatt gefrorenen Schluchten die Hochfläche südilch Zöllmen erklommen hatte, von einem verheerenden Kartätsch= und Gewehrfeuer empfangen. Ein stehendes Gefecht mit der Tiefe im Rücken hätte zum Verderben geführt. Der Prinz stürzt sich an der Spitze des Regiments Prinz von Preußen auf den Feind und durchbricht ihn.
Die übrigen Bataillone folgen. Einem sächsischen Gegenangriff wird durch das heran
gekommene zweite Treffen begegnet. Angriffe der Kavallerie werden abgeschlagen.
Den schwierigsten Teil des Fronthindernisses hatte der linke Flügel zu bewältigen.
Die hohen, steilen und glatten Abhänge in Ordnung hinaufzukommen war unmöglich.
Nur in Trupps von 30 bis 60 Mann langten die Bataillone auf der Hochfläche an.
Trotz dieser mangelhaften Gliederung mißlangen ein Gegenangriff der feindlichen Infanterie und die Attacke eines Kürassier=Regiments. Die Sachsen hatten zu Beginn
der Schlacht das feindliche Geschützfeuer mit großer Ruhe ertragen. Als aber die
starke für unangreifbar gehaltene Stellung nicht hielt, was man sich von ihr versprach, als sie den Feind nicht abschreckte, als der Angreifer ungeachtet des Feuers
und aller Schwierigkeiten des Bodens plötzlich und überraschend erschien, wurde die
Siegeszuversicht in Schrecken verwandelt. Das vielfach durchschnittene Gelände hinter
der Front brachte die zurückgehenden Bataillone vollends in Verwirrung. Teils in
Dresden, teils hinter der Weißeritz bei Plauen kam der Rückzug zum Stehen. Dort
bei Einbruch der Dunkelheit stießen die Flüchtenden auf die Spitzen der österreichischen
Armee. Grünne war in seiner Stellung nicht angegriffen worden. Er zog sich am
Abend nach Dresden zurück. Auch die preußische Kavallerie des linken Flügels hatte
keinen tätigen Anteil an der Schlacht genommen. Dort, wo sie stand, war der
Grund für Reiter nicht zu überschreiten.
Nicht länger als zwei Stunden hatte die Schlacht gedauert, die den Sachsen ein
schließlich 6600 Gefangenen etwa 10 500, den Preußen 5000 Mann gekostet hatte. Ein
Anerbieten des Prinzen Karl, am nächsten Tage die Schlacht zu erneuern, wurde von
den Sachsen nicht angenommen, konnte nicht angenommen werden. Ihre Armee war
so gut wie zertrümmert, und auch die österreichische war nach drei Niederlagen nicht
mehr imstande, der preußischen die Stirn zu bieten. Denn diese war völlig versammelt. Der König, der am Schlachttage bis Meißen gekommen war, rückte am
16. nach Wilsdruff heran.

Friede von
Dresden.

Die Verbündeten, zum Angriff wie zum Widerstand gleich unfähig, zogen sich
zurück und beeilten sich Verhandlungen einzuleiten, die am 25. Dezember zum Frieden
von Dresden führten. Österreich bestätigte den Breslauer Frieden und gewährleistete
dem Könige von Preußen seinen gesamten Länderbesitz. Auf die Meldung von der
Unterzeichnung des Friedens antwortete Friedrich seinem Minister: „Ich danke dem
Himmel für diese gute Nachricht … ich schmeichle mir mit der Hoffnung, daß
das Werk dauerhaft sein wird.

Übersichts=Skizze 1.

Auch die Gegner hatten alle Veranlassung, dem Himmel zu danken. Sie waren
aus einer aussichtslosen, verzweifelten Lage mit kaum nennenswerten Opfern gerettet
worden. Der Dresdener Friede mußte als eine Handlung beträchtlicher Großmut
Friedrichs angesehen werden. Bei der ersten Meldung erschien er dem österreichischen
Bevollmächtigten Harrach „sogar unglaublich.“

Seite 33 - 35.

Friedrich der Große Zur zweihundertjährigen Wiederkehr des Tages seiner Geburt 1912


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